Hängebrücke: FDP-Fraktion sucht jetzt den Dialog
Neue Informationsseite haengebruecke-passau.de bündelt alle Fakten seit 2013.

Öffentlicher Bürgerdialog Ende November geplant. Ideen der Passauerinnen und Passauer sollen in den Stadtrat, bevor über die Variante entschieden wird.
Passau, 6.11.2026. Bevor der Stadtrat über die Gestaltung der neuen Hängebrücke entscheidet, will die FDP-Fraktion alle Passauerinnen und Passauer an einen Tisch holen und für Transparenz sorgen. Ab sofort bündelt die Fraktion unter www.haengebruecke-passau.de alles, was öffentlich über die Zukunft der Luitpoldbrücke bekannt ist: von den Stadtratsbeschlüssen seit 2013 über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bis zu den Visualisierungen der Neubauvarianten. In der Woche vom 22. bis 27. November plant die Fraktion außerdem einen öffentlichen Bürgerdialog in ihrer Reihe „Dreiflüsse-Dialog“. Tag und Ort werden in Kürze bekanntgegeben.
Am 26. Oktober hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, Rückbau, Neubau an gleicher Stelle und eine provisorische Fuß- und Radbrücke planen zu lassen. Welche Variante gebaut wird, ist noch offen. Nach Medienberichten soll darüber in einer Sondersitzung Anfang Dezember entschieden werden. Die FDP-Fraktion hatte gegen die Vorlage gestimmt, ihr Antrag auf Vertagung fand keine Mehrheit.
„Wir sagen nicht, dass ein Neubau falsch ist. Vielleicht ist er am Ende sogar die beste Lösung. Aber über ein Wahrzeichen, das seit mehr als hundert Jahren das Gesicht unserer Stadt prägt, entscheidet man nicht nach einer einzigen Präsentation“, sagt Sebastian Frankenberger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Den Dialog, den es vor dem Beschluss nicht gegeben hat, wollen wir jetzt nachholen, und zwar ergebnisoffen.“
Alle Fakten an einem Ort
Auf der neuen Seite finden Interessierte eine Zeitleiste von 1869 bis heute, alle öffentlichen Beschlüsse aus dem Ratsinformationssystem, die Kosten und die Punktebewertung der Varianten laut Machbarkeitsstudie (Erhalt rund 31,5 Millionen Euro, empfohlener Neubau rund 36,2 Millionen Euro) sowie Fotos der Schäden. Ein „Mythen-Check“ räumt mit verbreiteten Annahmen auf. So sind etwa die Betonelemente auf der Brücke nicht der Grund, warum keine großen Busse mehr fahren dürfen: Sie sind keine punktuelle Belastung und halten Schnee und Streusalz von empfindlichen Stellen fern. Das eigentliche Problem sind die Tragseile aus dem Jahr 1948 und die genieteten Verbindungen.
„Die Passauerinnen und Passauer haben ein Recht darauf, alle Zahlen zu kennen, bevor entschieden wird“, sagt Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Holm Putzke. Er hatte bereits im Januar beantragt zu prüfen, ob die Brücke gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut IIS und der Universität Passau dauerhaft mit Sensoren überwacht werden kann. „Wer verlässliche Messdaten hat, kann besser abwägen, ob Erhalt, Seiltausch oder Neubau der richtige Weg ist.“
Ideen sammeln, Fragen stellen, mitentscheiden
Die Seite ist bewusst als Mitmach-Angebot angelegt. Bürgerinnen und Bürger können in einer Umfrage angeben, ob ihnen der Beschluss zu schnell kam, Fragen für den Bürgerdialog vorab einreichen und in einer moderierten Diskussion ihre Ideen einbringen. Offene Fragen gibt es genug: Was würde ein Erhalt nur für Fuß- und Radverkehr kosten, der in der Studie nicht durchgerechnet wurde? Welche Rolle spielen der Anger, ein Tunnel oder eine weitere Brücke bei Achleiten für ein künftiges Verkehrskonzept? Und wer soll am Ende entscheiden?
„Beim Dreiflüsse-Dialog stehen nicht wir auf der Bühne und erklären die Welt. Wir hören zu, holen Fachleute dazu und nehmen mit, was die Menschen bewegt“, sagt Prof. Georg Steiner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Eingeladen sind ausdrücklich auch Schulen, Vereine und Initiativen. Was beim Dialog und auf der Website zusammenkommt, will die Fraktion vor der Entscheidung über die Variante in den Stadtrat tragen.
Für die Fraktion steht dabei auch die Frage im Raum, ob bei einem Wahrzeichen wie diesem am Ende die Bürgerschaft das letzte Wort haben sollte, etwa über ein Ratsbegehren. Das hätte in Passau Vorbilder: Schon 2013 haben die Passauerinnen und Passauer per Bürgerentscheid über einen Fuß- und Radtunnel direkt an der Hängebrücke abgestimmt.
Weitere Informationen
Informationsseite: www.haengebruecke-passau.de
Pressekontakt: Sebastian Frankenberger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, te**@*****************au.de
Die FDP-Fraktion im Stadtrat Passau besteht aus Prof. Dr. Holm Putzke (Fraktionsvorsitzender), Prof. Georg Steiner und Sebastian Frankenberger (stellvertretende Fraktionsvorsitzende).
Zuerst erschienen bei FDP Fraktion Passau.