Ermöglichen statt verhindern
Veränderung beginnt für mich nicht mit Ärger, sondern mit Zuneigung. Wer einen Ort liebt, kann nicht zusehen, wie er stehen bleibt.
Doch wenn nichts passiert, bleibt eine Stadt stehen. Und das tut weh. Besonders, wenn man diese Stadt liebt.
Deshalb frage ich zuerst, wie etwas gehen kann, nicht, warum es nicht geht. Gelernt habe ich das früh: Als Jugendlicher im Passauer Jugendbeirat habe ich erlebt, was es heißt, mit eigenen Ideen ernst genommen zu werden.
Wir brauchen keine Verhinderungsstrukturen, sondern eine Ermöglichungskultur – eine Haltung, die zuerst fragt, wie etwas geht, und nicht, warum es nicht geht.
Begegnung auf Augenhöhe
Jeder Mensch bringt eigene Bedürfnisse mit. Wer sich nicht sicher fühlt, kann nicht staunen. Darum sehe ich mich als Guide nicht als „Wikipedia auf zwei Beinen“, sondern als Begleiter, der den Menschen neben sich wahrnimmt.
The destination is the stage. The healing happens in the human encounter on that stage.
Das gilt für mich nicht nur im Tourismus, sondern genauso in der Politik.
Politik ist eben auch Begegnung und Beziehung.
Wer erklärt, trägt Verantwortung
Guides, Lehrende, Politiker: Wer anderen die Welt erklärt, prägt, wie sie sie sehen. Gerade in Zeiten von Desinformation und Populismus ist das keine Nebensache. Erinnern allein reicht nicht, es muss etwas daraus folgen.
We explain. We connect. We give context. And in doing so, we shape perception. That is influence. And influence is responsibility.
Deshalb glaube ich, dass Guides Brücken bauen können, auch dort, wo die Politik gerade nicht mehr miteinander spricht.
Even when politicians struggle to speak to each other, guides must remain able to do so.
Glaube und Kraftorte

Ich habe Theologie studiert, und der Glaube prägt mich bis heute. Nicht als Belehrung, sondern als Haltung: dass Veränderung möglich ist, und dass es Orte gibt, an denen man mehr spürt, als man sieht.
Es geht nicht nur um Fakten, sondern auch um Atmosphäre, um Kraftorte, um das, was man nicht sehen, aber spüren kann.
Demokratie mit menschlichem Maß

Bekannt wurde ich als Initiator des Volksbegehrens für echten Nichtraucherschutz in Bayern, das 2010 im Volksentscheid angenommen wurde. Ich habe damals erlebt, wie stark Veränderung Widerstände hervorruft, bis hin zu Anfeindungen und Drohungen. Das hat mich geprägt. Ich habe die Parteipolitik verlassen, aber ein politischer Mensch bin ich immer geblieben.
Heute sitze ich wieder im Passauer Stadtrat, parteilos. Mich interessiert die Sache, nicht die Farbe, und eine klare Grenze: Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
Politik darf streiten, aber sie sollte nie die menschliche Ebene verlieren.
Grenzen kennen
Ich habe gelernt, dass auch Engagement nachhaltig sein muss. Wer viel bewegen will, muss wissen, was er allein nicht kann.
Sustainability also means having the courage to say: Here are my strengths. And here are my limits.
Deshalb lasse ich mich selbst begleiten. Meine persönlichen und Business-Coaches sindJohannes Metzler, Executive Coach und Berater für Unternehmer und Führungskräfte, und Lea Wernli, Coach und Ausbildnerin für Coaches in Zürich und Luzern. Sie stellen die Fragen, die ich mir selbst nicht stelle.
Und manchmal: Spiel

Ernst und Leichtigkeit schließen sich nicht aus. Bei einer Kinderpassion war ich in den Proben ein „lockerer“ Jesus, der mit den Kindern Späße gemacht hat. In der Aufführung dann ganz ernst. Genau dieser Wechsel öffnet Menschen, ob in der Führung, im Seminar oder im Saal.
