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Stellungnahme der WFTGA zum Eurovision Song Contest, zur politischen Neutralität und zur Verantwortung für gemeinsame Werte

Der Eurovision Song Contest (ESC) war schon immer ein lebendiges Fest der Musik und der Kulturen, das Millionen von Menschen zusammenbringt – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Überzeugung. Offiziell gilt der ESC als …

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Der Eurovision Song Contest (ESC) war schon immer ein lebendiges Fest der Musik und der Kulturen, das Millionen von Menschen zusammenbringt – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Überzeugung. Offiziell gilt der ESC als unpolitische Veranstaltung, bei der politische Gesten und Instrumentalisierung verboten sind. Doch immer wieder zeigt sich: Wo kulturelle Vielfalt gefeiert wird, sind Werte wie Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung untrennbar mit dabei. Und sind diese Werte nicht selbst schon ein politisches Statement?

Als World Federation of Tourist Guide Associations (WFTGA) bekennen wir uns zu politischer Neutralität und kultureller Sensibilität. Zugleich sind wir uns unserer Verantwortung bewusst, gemeinsame Werte zu wahren und zu fördern – Werte, die mit den Menschenrechten, der Demokratie und den Grundsätzen der Nachhaltigkeit im Einklang stehen.

Reicht Neutralität aus?

Politische Neutralität bedeutet, alle Sichtweisen zu respektieren und keine auszuschließen. Aber heißt Neutralität auch, dass wir schweigen sollen, wenn grundlegende Menschenrechte in Gefahr sind? Soll eine Führung durch die Straßen einer Stadt im Namen der „Neutralität“ die Geschichte von Freiheitsbewegungen, den Kampf um Gleichberechtigung und demokratische Errungenschaften ausblenden?

Vielfalt feiern – Werte verteidigen

Wir sind überzeugt: Echte Neutralität ist nicht gleichbedeutend mit Gleichgültigkeit. Im Gegenteil – unsere Rolle als Tourist Guides besteht darin, Wissen zu teilen, Brücken zu bauen und, wenn nötig, an unsere gemeinsamen Werte zu erinnern. Demokratie, Menschenrechte und kulturelle Vielfalt sind nicht verhandelbar. Wenn wir diese Werte bei unseren Führungen erlebbar machen, ist das kein politisches Statement – es ist eine ethische Verpflichtung.

Ja, das mag manche politische Verantwortliche oder Sponsoren verunsichern. Doch gelebte Demokratie und Vielfalt werden stärker, wenn sie nicht nur akzeptiert, sondern aktiv gefördert werden – auf Bühnen wie dem ESC und auf den Straßen, durch die wir unsere Gäste führen.

Unsere Ausbildung als Ort der Wertevermittlung

In unseren Aus- und Weiterbildungsprogrammen wollen wir nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch das Bewusstsein dafür schärfen, dass Führungen mehr sind als bloßes Geschichtenerzählen. Sie sind Gelegenheiten, Wertschätzung für Demokratie, Menschenrechte und Nachhaltigkeit zu wecken – politisch neutral, aber ethisch klar.

Ob beim ESC oder bei einer Führung: Vielfalt feiern, Brücken bauen und für unsere gemeinsamen Werte einstehen – das ist unsere Mission.

Sebastian Frankenberger
Präsident der World Federation of Tourist Guide Associations (WFTGA)

Der Beitrag WFTGA Statement on the Eurovision Song Contest, Political Neutrality, and the Responsibility for Shared Values erschien zuerst auf WFTGA.

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