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Februar 2017

WFTGA-Iran 2017: 13. Tag Fazit

Der Weg zum Flughafen Teheran war eine 5-stündige Fahrt durch eine beeindruckende Gebirgslandschaft. Als wäre man auf dem Mond oder dem Mars. Nach zwei Wochen heißt es also Abschied nehmen. Mit vielen Geschenken, die unsere Koffer gerne platzen ließen, mit neugewonnenen Freunden und mit einem neuen Bild von diesem wunderschönen Land.

Wie der Slogan des Kongresses war, so war es tatsächlich:

Freundliche Gesichter, offene Arme, antike Kultur, zeitloser Charme. 

Dieser Kongress hat touristische Brücken geschlagen und wirkt hoffentlich auch in unseren westlichen Ländern politisch nach. Es wäre schön, wenn der Tourismus die politischen und religiösen Konflikte besiegen würde, denn die Menschen vor Ort wollen längst etwas ganz anderes.

WFTGA-Iran 2017: 12. Tag ISFAHAN

Diese Stadt ist einfach ein Traum. Die Juwelen des früheren Persien. Bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten wurden wir immer wieder von Drohnen gefilmt oder interviewt. Irgendwie waren wir auf dieser Reise aus Statisten in einem großen Werbefilm. Aber positive gesehen.

Sonst lasse heute mal die Bilder sprechen:

WFTGA-Iran 2017: 11. Tag Yazd – Isfahan

Auf der Tagesreise, die auch schon Marco Polo in nur viel längerer Zeit genommen haben dürfte, besichtigten wir als erstes in Maybod die Narin Burg. Nach einem gemeinsamen Foto mit Bergkulisse ging es in die Eiszitadelle, dem rekonstruierten „Gemeinschafts-Kühlschrank.“

Zwei weitere Stopps in Karawansereien, wo wir jedes Mal mit einer unglaublichen Gastfreundschaft mit Blumen, Köstlichkeiten und Musik empfangen wurden, brachte uns spät Abends letztendlich zum Highlight der Tour, nach Isfahan.

WFTGA-Iran 2017: 10. Tag Yazd

Die Übernachtung war ein Traum wie in 1001 Nacht. In einer alten Karawanserei, die zu einem Hotel umgebaut wurde, schliefen wir in einem kleinen Zimmer in einer Seitennische mit Blick auf den wunderschönen Pomeranzen bepflanzten Innenhof, in deren trockenen Wassergräben die Perserkatzen gespielt haben.

Die erste Besichtigung des Tages führte uns in die denkmalgeschützte Altstadt mit den bestens restaurierten Lehmstroh verputzten Häusern. Für mich persönlich fast das Highlight der gesamten Tour. Mitten in der Wüste solch eine Stadt zu bauen, die mit Ihren Windtürmen und unterirdischen Wassersystemen auch in der Größten Hitze bei über 40 Grad im Sommer ein Überleben ermöglichten.

Die Besichtigung der Jame Mosche war sehr erhellend, da uns ein Verein zum Religiösen Verständnis, der Touristen zum den religiösen Hochfesten des Islams einlädt, das wichtigste örtliche Fest bei Datteln und Tee erklärte. Zu unseren Marienfeste in Spanien oder Italien ist da kein großer Unterschied zu erkennen.

Nach einem leckeren Mittagsbüffet ging es mit dem Bus zum Tower of Silence. Zur Beerdigung brachte man bis 1960 die toten Körper auf den Berg. Während die Trauernden 3 Tage in den Gebäuden zu Füßen des Berges wache hielten, vollendeten Geier den Kreislauf des Lebens für die Leichnahme auf den Bergspitzen.

Im Wassermuseum bestaunten wir die Technik, kilometerlange unterirdische Kanäle von den Bergen zu den Häusern zu graben, die noch heute in Betrieb sind und teilweise als Kühlschränke benutzt werden.

Im Feuer-Tempel brennt seit über 2500 Jahren eine Flamme, die nach wie vor von der größten Gemeinde der Zoroastrischen Religion gepflegt wird. Eine sehr spannende und v.a. durchwegs positive Religion, die uns im angrenzenden Museum näher gebracht wurde, welche auch viele parallelen der Bräuche zum Christenheit aufweist.
Der Abschluss des Tages war ein Empfang im Dolat Abad Garten mit seinen Wasserspielen und dem größten Windfang, einer stromunabhänigen Klimaanlage, die überall auf den alten Gebäuden zu sehen sind und immer noch bestens funktionieren.

WFTGA-Iran 2017: 9. Tag Persepolis

Die Landschaft hier ist wesentlich grüner und wir haben zum ersten Mal kleine Reste von Baumgruppen in der ehemals stark bewaldeten Landschaft entdeckt. Die Ruinen der ehemaligen Königstadt Persepolis aus dem 600 bis 200 Jahrhundert v.Chr. beeindruckten uns alle. Viele der Steinsäulen zeugen noch heute von den riesigen Dimensionen der Empfangs- und Königssäle, deren erste Zerstörung durch Alexander den Großen eingeleitet wurde.

Der ehemalige iranische Präsident Amidineschad war mit seinem Filmteam anwesend. Die lokalen Tourist Guides haben uns aber alle angewiesen, dass wir keine Interviews geben sollen, da er auf unsere Kosten nur Wahlkampf betreiben möchte und die intelligente Bevölkerung ihn unter keinen Umständen unterstützen möchte.

Weiter ging es zu den riesigen Felsenreliefs und ehemaligen Königsgräber von Nagsh-e Rostam, die teilweise aus der Zeit um 500 v.Chr. stammten.

Solche Überbleibsel vergangener Zeiten können einen nachdenklich stimmen: Was wird wohl aus unserer Zeit überdauern. Die Beton und Stahlbauten brauchen ja schon eine Generalsanierung nach 20-30 Jahren. Sicherlich die Atommüllendlager….

WFTGA-Iran 2017: 8. Tag Abschied von Teheran – Shiraz

Nach der offiziellen Verabschiedung und vielen Dankesworten an das iranische Organisationsteam, das wirklich eine außerordentliche Arbeit geleistet hat, ging es zum alten Flugplatz, wo für uns eine gecharterte Maschine bereit stand. MerajAir hat für uns extra die Maschine mit unserem Logo beklebt. Diese Willkommenskultur ist wirklich einzigartig. In jeder Stadt werden wir überschwenglich und medienwirksam begrüßt. Auf unseren Fahrtrouten stehen an den Straßen Plakate mit unserem Logo, überall werden wir mit Blumen beschenkt und viele Einheimische stecken uns Visitenkarten zu. Man merkt wirklich die Goldgräberstimmung und den Wunsch zum Aufbruch.

In Shiraz angekommen hat uns zum ersten Mal etwas mehr Regen erwischt, was vor Ort in den trockenen Gefilden, aber als positives Zeichen gewertet wurde.

Für uns wurde ein „Hinkelstein“ mit unserem WFTGA Logo eingemeißelt enthüllt. Ebenso wurde eine Straße in „Tourist Guide – Peace Ambassador“ Street benannt.

Zum ersten Mal auf unserer Reise besuchten wir eine Moschee und wurden in die Gebetsriten des Islams eingeführt. Danach ging es durch einen wundervollen Bazar mit unglaublich tollen Stoffen, Teppichen, Gewürzen und Gerüchen.
Weiter ging es zum Grab des Dichters Hafez, von dem sich Goethe zum West-Östlichen Diwan inspirieren ließ und wo unser hervorragender Guide aus den Liebesgedichten rezitierte. Der Abschluss des langes Tages war eine Besichtigung der Zitadelle Karim Khan mit seinem Pomeranzen-Garten. Leider wurde dieser Sitz der lokalen königlichen Verwalter in der langen Geschichte mehrmals als Gefängnis mißbraucht, so dass von den vergoldeten Räumen fast nichts mehr übrig geblieben ist.

WFTGA-Iran 2017: 7. Tag Teheran – Delegiertenarbeit

In der Früh hatten wir ein Delegierten-Treffen und den Ausrichter für den nächsten Kongress 2019 gewählt: Georgien. Vermutlich wäre es New York geworden, aber aufgrund des Dekret von Trump zum 90-tägigen Einreiseverbot von 7 muslimischen Ländern waren die Delegierten doch verunsichert. Georgien ist aber auch eine gute Wahl. Ein sehr spannendes und schönes Land, ein junges frisches Team an Tourist Guides die unsere Unterstützung brauchen und preislich sehr günstig.

Einen neuen Vorstand der WFTGA haben wir auch gewählt. Der scheidenden Präsidentin Felicitas Wressnig sei nochmals herzlichst für Ihre tolle Arbeit gedankt. Ohne Sie wäre – genau zum richtigen politischen Zeitpunkt – ein Kongress im Iran nicht möglich geworden.

Am Nachmittag wollten wir uns eigentlich verschiedene Museen und den Basar in Teheran anschauen. Wir Delegierten haben noch kurzfristig einige Sondersitzungen eingeschoben, da wir neue Ideen zur Professionalisierung des Weltverbandes diskutieren wollten. Wir Oberösterreicher haben angeboten, dass wir bei der Neugestaltung der Website und bei der Implementierung von vereinfachten Abrechnungsmethoden behilflich sein werden. Ich habe einen sehr guten Eindruck vom neuen Vorstandsteam, dass mit viel Elan durchstarten möchte.

Beim Gala-Dinner am Abend gab es viele traditionelle musikalische und handwerkliche Einlagen. Leider war die Stimmung nicht ganz so ausgelassen wie beim letzten Kongress in Prag, da viele Stadt-Offizielle anwesend waren und damit das offizielle islamische Tanzverbot gegolten hat, das aber nicht durchgehend strikt eingehalten wurde.

WFTGA-Iran 2017: 6. Tag Teheran – Workshops

Wenn sich über 280 Tourist Guides aus der ganzen Welt treffen, dann findet auch ein großer Wissensaustausch statt. Neben spannenden Vorträgen zur Seidenstraße, Persischen Teppichen, haben wir auch intensiv gearbeitet.  Beim Roundtable haben wir in Arbeitsgruppen verschiedene Themen von Tourist Guides diskutiert: Deregulierung, Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, Aus- und Weiterbildungen, Rechtliches etc. 

Die Workshops waren breit gefächert. Ich selbst besuchte einen zum Thema „Didaktische Möglichkeiten in Führungen“. Dieser gemeinsame Austausch und das Lebenslange lernen ist etwas Essentielles in unserem Beruf. Auch die internationalen Trainer haben sich wieder gemeinsam fortgebildet. 

Am Abend hatten wir zum ersten Mal frei und sind alleine durch die Gassen Teherans gezogen um uns die erleuchtete Tabyad-Brücke anzusehen. 

WFTGA-Iran 2017: 5. Tag Teheran

Nach einem Delegierten-Meeting, wo wir die Kandidaten für den neuen Vorstand genauer befragt haben, führten uns die hervorragenden lokalen Tourist Guides durch den Golestan Palace, wo diverse Könige und Shars gekrönt worden sind. Neben den bezaubernden Räumen aus Marmor, Alabaster, Spiegeln waren im Garten auch die vielen Katzen eine Attraktion, die in Teheran aufgrund von einem Märchen besonders verehrt und auch gefüttert werden. 

Nach einem leckeren Essen besuchten wir das Jewelry Museum mit unglaublichen Kronen, Edelsteinverzierten Dolchen. Spanende Eindrücke in die persische Geschichte lieferte das National Museum, v.a. mit dem ältesten Animationsfilm der Welt. Das Azadi Tower aus dem Jahr 1971 war architektonisch ein interessanter Bau, der heute als Symbol für den Frieden angesehen wird. Der Tag endete im Espinas Hotel über den Dächern von Teheran mit einem fantastischem Dinner mit traditioneller Musik.