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Januar 2017

WFTGA-Iran: 4. Tag Teheran – offizielle Eröffnung im Parlament mit dem Iranischen Präsidenten Hassan Rohani

Der ursprüngliche Plan der Eröffnungszeremonie wurde kurzfristig geändert, da wir in das iranische Parlamentsgebäude, das wie ein Nomadenzelt gebaut wurde, eingeladen wurden. Zum ersten Mal in der Geschichte der WFTGA seit der Gründung 1985 sprach der Generalsekretär UNWTO Taleb Rifai. In seiner Rede sprach er von der Bedeutung der Tourist Guides als Botschafter des Friedens und dass wir mit unseren begeisterten Gesichtern und Köpfen werben sollen.

Ein absolutes Highlight war die Rede vom iranischen Präsidenten Hassan Rohani, der davon sprach, dass in der heutigen Zeit das Reisen die beste Möglichkeit ist, dem Terrorismus die Grundlage zu nehmen. Natürlich war seine Rede politisch durchsetzt, als er appellierte, dass Mauern zu bauen genau das Gegenteil bewirkt und wir mehr Begegnung brauch um gegenseitigen Respekt zu schaffen. Er sprach dabei vielen Tourist Guides aus dem Herzen und das völlig frei ohne Redemanusskript mit einem bezaubernden Lächeln. (Erwähnt sei an dieser Stelle der Bericht von Amnesty International zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran, den ich leider aufgrund der Internetzensur hier nicht verlinken kann)

Sehr spannend war der Kontrast dazu am Nachmittag, als die nächsten Bewerber des Kongresses 2019 sich vorgestellt haben: Georgia, Thailand und Amerika. Die US Delegierten stimmten dazu in einer fantastischen Präsentation am Schluss mit allen Delegierten gemeinsam das Lied „New York, New York!“ an. Ob wir in Amerika die gleiche Visaunterstützung erhalten werden? Am Dienstag werden wir Delegierten uns für den nächsten Ausrichter entscheiden müssen …

WFTGA-Iran: 3. Tag Teheran – Delegierten Meeting


Heute began unser Delegierten Meeting im Homa-Hotel in Teheran. Es sind Tourist Guides aus 40 verschiedenen Ländern aus der ganzen Welt vertreten. Zum Glück spielen politische Weltprobleme hier keine Rolle und die iranischen Organisatoren haben wirklich alles versucht, Visas für die Amerikaner oder die Israelis zu ermöglichen. 

Es ist fast wie ein großes Freundschaftstreffen. Viele der Delegierten kennen sich seit 20 Jahren und alle haben in ihren Ländern ähnliche Probleme mit Tourismusorganisationen, Freetours, der Ausbildung etc. Viel spannender sind allerdings die positiven Entwicklungen. Immer öfter werden Tourist Guides als professioneller Beruf angesehen, da das Nivea und die Dauer der Ausbildung steigt. 

WFTGA-Iran: 2. Tag Hamedan


Bevor unser zweiter Tag startete,  bekam mein ökologischer Fußabdruck im Hotel erstmal einen Schock. Denn jedes einzelne Handtuch war in Folie eingepackt. Auf dem Weg zu unserer ersten Besichtigung in der Altstadt von Hamedan relativierte sich das aber wieder. In den Garagenshops wurde an Technik alles repariert, was irgendwie zu reparieren war. Alte Staubsauger ohne Räder, uralte Autos und jedes noch so kleine Zahnrad, Elektronik könnte erworben werden. Wiegt diese Recycle und Repair unsere westliche Wegwerfgesellschaft wieder auf?
Unser erster Besichtigungsstopp war das Grab der biblischen Königin Esther und Ihres Cousins Mordechai. Beeindruckend war der selbstverständliche Umgang und Respekt mit der jüdischen Tradition. Der Konflikt mit Israel ist weniger einer der Religionen, mehr einer mit dem Staat Israel und dem Zionismus v.a. der Siedlungspolitik. 

 

Weiter ging es auf den Tappe-Ye Hemataneh Hügel wo wir neben Ausgrabungen der früheren Siedlungsgeschichte in einem Museum mehr über die 3000 jährige Geschichte erfuhren. Beim Grabmal von Avicenna, dem iranischen Göthe, lauschten wir seinen Gedichten und entdeckten die spannende gemeinsame Medizingeschichte. 

 

Richtig kalt wurde es in den Bergen, wo uns ein kalter Wind ins Gesicht blies, als wir die Inschriften von Ganjnameh neben einem zugefrorenen Wasserfall entzifferten. Kein Zeit blieb für eine Fahrt mit der Gondelbahn zu den über 2000 m hohen Skigebieten in den verschneiten Gebirgen. 

 

Mit einem überwältigen Empfang wurden wir von den lokalen Funktionsträgern verabschiedet und wieder sehr reich beschenkt. Schon am ersten Tag haben wir bei jeder Station Geschenke und v.a. Friedensrosen überreicht bekommen. Vermutlich brauch ich für den Rückflug einen 2. Koffer 🙂 

WFTGA-Iran: 1.Tag Qazvin und Soltanieh

In den nächsten Tagen berichte ich vom Weltverbandstreffen der Touristguides (WFTGA) im Iran, wo ich als Delegierter Oberösterreich vertreten darf. 

An unserem ersten Tag der Pre-Tour wurde uns in Qazvin ein unglaublich freundlicher, fast schon euphorischer Empfang bereitet. Ständig wurden einem Visitenkarten zugesteckt mit der Bitte, doch mit Touristengruppen wieder zu kommen. Eine Schar an Fotografen und Journalisten wollte von uns wissen, was wir im Vorfeld über den Iran gedacht haben und wie sich unser Bild geändert hat. 

Mein erster Kommentar: „Die Gastfreundschaft ist bezaubernd und die Augen der Menschen leuchten und strahlen vom Wunsch nach mehr wirtschaftlichen Kontakt.“ Ist unser Kongress die große Hoffnung nach Öffnung oder ist es doch nur eine essentielle Not, die man spürt, wenn man auf den heruntergekommenen Straßen entlang der vielen Bauruinen fährt?

Nach einem leckeren Mittagessen in der Caravanserai, der größten überdeckten Markt-und Schlafstätte früherer Reisegruppen machten wir uns durch die teils verschneite Landschaft entlang der Berge weiter nach Soltanieh auf. Der größte Ziegelstein-Dom der Welt war nicht nur aufgrund seiner Baugeschichte aus dem 13.-14. Jahrhundert beeindruckend. Wir tauchten zum ersten Mal auch mehr in die Geschichte des Islams und seiner verschiedenen unterschiedlichen Stämme ein.